Integration
Gelungene Integration ist für uns mehr als das Fehlen von Fremdenfeindlichkeit. Integration ist ein Prozess, der das Ziel hat, Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedenartiger Kulturen, Weltanschauungen und Religionen gleichberechtigt und in gegenseitiger Wertschätzung zusammen zu führen. Die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am Erwerbsleben ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Integration. Zur Integration in unserem Sinne gehören außerdem die gleichberechtigte Teilhabe aller Mannheimerinnen und Mannheimer am Leben in der Stadt – unabhängig von Pass, Herkunft, Hautfarbe, Kultur und Religion –, der Austausch und die wechselseitige Anerkennung zwischen Individuen und Kulturen sowie als gemeinsame Basis der Vielfalt die Grundwerte Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Demokratie. Dazu braucht es das volle kommunale Wahlrecht für alle Menschen, die dauerhaft hier leben – wir werden uns auch in Zukunft gegenüber der Bundesregierung dafür einsetzen.
Integrationskonzept fortentwickeln
Das auf unseren Antrag hin beschlossene Integrationskonzept der Stadt Mannheim muss gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern fortgeschrieben werden. Ziele der Integrationsarbeit zu definieren, die daraus entstandenen Projekte regelmäßig zu überprüfen und mit möglichst vielen Beteiligten zu beraten, muss Ziel eines solchen Integrationskonzeptes sein. Dabei wollen wir die Beteiligung von möglichst vielen Menschen ermöglichen. Ein Mittel dafür sollen regelmäßige Integrationskonferenzen sein, bei denen sich alle Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Experten aus den unterschiedlichen Bereichen wie Schulen, Politik, Wirtschaft, Sport, Kunst und Kultur einbringen können.
Das Rathaus öffnen
Wir fordern, dass künftig alle Maßnahmen von der Stadtverwaltung auf ihre unterschiedlichen Auswirkungen auf die hier lebenden Menschen unterschiedlicher Kulturen hin überprüft werden. Die Stadtverwaltung muss sich zum Ziel setzen, den Anteil an Migrantinnen und Migranten unter den Beschäftigten zu erhöhen; Mehrsprachigkeit und interkulturelle Erfahrung müssen als Qualifikationsmerkmale anerkannt werden. Die interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss durch Schulungen ausgebaut werden.
Antidiskriminierungsstelle schaffen
Wir fordern eine unabhängige Antirassismus- und Antidiskriminierungsstelle zur Dokumentation und Bekämpfung von Diskriminierung.
Migrationsbeirat stärker einbinden
Der Migrationsbeirat muss organisatorisch gestärkt und bei Entscheidungen der Stadt noch stärker eingebunden werden, auch Migrantenorganisationen sollen stärker einbezogen werden. Der Migrationsbeirat soll durch ein „Haus der Kulturen“ Unterstützung erfahren, in dem über die Beihilfe zur Integration hinaus die Begegnung und der Austausch von Deutschen und Migrantinnen/ Migranten ermöglicht werden. Hier könnten neben Beratungsangeboten sowie Sprach-, Integrations- und Fortbildungskursen auch Seminare zur beruflichen Qualifizierung sowie Angebote für Schulen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher zentral angeboten werden. Darüber hinaus könnte ein solches „Haus der Kulturen“ mit geeigneten Räumlichkeiten für Tagungen, Veranstaltungen und Feste die Begegnung zwischen Migrantinnen/ Migranten und Deutschen verbessern.
Unterstützung bei Bildung und Jobsuche
Erfolgreiche Projekte für die berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wollen wir fortführen. Beim Übergang von Schule in Beruf sind sie dennoch benachteiligt. Hier können langfristig durch bessere Bildungsangebote Erfolge erzielt werden – mittelfristig müssen gemeinsam mit den Unternehmen Initiativen für die inner- und außerbetriebliche Begleitung von Jugendlichen in der Ausbildung entwickelt werden. Der Ausbildungsverbund und die Ausbildungsabbrecherberatung sind dabei nur ein Anfang. Besonders traurig sieht es für Migrantinnen und Migranten über 25 aus: Sie haben keine eigene Anlaufstelle, wo ihren spezifischen Problemen bei der Arbeitssuche begegnet wird. Hier steht die Stadt in der Pflicht.
Multiplikatoren nutzen
Viele Migrantinnen und Migranten könnten mit Hilfe von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus ihren eigenen Reihen viel besser erreicht werden. Erfolgreiche Projekte aus anderen Städten können dabei als Muster dienen, wie Betroffene, wenn sie selbst eingebunden werden, aktiv und verantwortlich wichtige Aufgaben nachhaltig übernehmen können. Das gilt insbesondere für die Arbeit mit Migrantinnen und mit Kindern.
Mehr kulturelle Akzeptanz im Alltag
Wir wollen kulturelle Akzeptanz fördern, dazu gehört im Einflussbereich der Stadt zum Beispiel die Einrichtung eines Frauentages im Herrschelbad.
Die Angebote der Altenhilfe sind zu wenig auf ältere Migrantinnen und Migranten vorbereitet. Wir möchten die Altenhilfe für Migrantinnen und Migranten öffnen und fordern insbesondere auch Migrantenorganisationen dazu auf, gemeinsam mit der Stadt und den bestehenden Institutionen neue Angebote für Migrantinnen und Migranten zu schaffen. Erste Schritte müssen die muttersprachliche Vermittlung von Informationen über Altenpflegeangebote sowie muttersprachliche Rechts- und Rentenberatung sein.
Wir setzen uns für die Einrichtung eines muslimischen Friedhofs ein. Schließlich sollen auch die vielen Menschen islamischen Glaubens in unserer Stadt eine angemessene Ruhestätte finden.
Vorbild bei der Mehrsprachigkeit
Sprache verbindet – und Sprache trennt zugleich. Eine Stadt, in der Menschen aus über 160 Nationen leben, muss so oft wie möglich Informationen in mehreren Sprachen verbreiten. Bei öffentlichen Informationen wie im Amtsblatt ist das nicht viel mehr als eine Frage des guten Willens. Aber auch beim Internetauftritt der Stadt und im Bereich der Bürgerdienste muss Mehrsprachigkeit verstärkt werden.
Darüber hinaus fordern wir Stadtverwaltung und Gemeinderat auf, die Zusammenarbeit mit fremdsprachigen Medien erheblich zu verbessern.
Integration früh fördern
In den Kindergärten wollen wir eine quantitative und qualitative Ausweitung von Integrations-, Qualifikations- und Sprachfördermaßnahmen erreichen. Die Schulen müssen sich für die multikulturelle Wirklichkeit ihres Stadtteils öffnen und stärker mit Migranteneltern, interkulturellen Stadtteilinitiativen und Migrantenorganisationen zusammenarbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir insbesondere die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen bezuschussen und so integrative Projekte initiieren.
Durch die freiwillige Teilnahme an attraktiven Sportangeboten sollen Schülerinnen und Schüler gleichzeitig für die weiteren Angebote der Sportvereine begeistert werden.






















