Soziales, Gesundheit und
demographischer Wandel
Kernziele unserer Sozial- und Gesundheitspolitik sind:
• die gleichberechtigte Teilhabe aller am kommunalen Leben Mannheims
• das Verhindern von Ausgrenzung von Menschen, die mit Behinderungen, in Armut oder in der Gefahr der sozialen Randständigkeit leben
• die Bekämpfung von Armut
• der Zugang aller Menschen zu den örtlichen Gesundheits-, (Fort-)Bildungs- und Kultureinrichtungen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen zu Sportvereinen und Jugendverbänden
• die Stärkung der Selbsthilfe
• die Ausrichtung aller kommunalen Hilfen an der Würde, den Notwendigkeiten und den Ansprüchen der Hilfsbedürftigen
Armut bekämpfen
Die Zahlen sprechen für sich und nicht gerade für Mannheim: Von allen Arbeitslosengeld II-Empfängern sind mehr als ein Viertel allein erziehende Frauen. Jedes fünfte Kind in unserer Stadt ist auf Sozialleistungen angewiesen – Tendenz steigend. Armut macht krank und arbeitslos, Arbeitslosigkeit und Krankheit machen noch ärmer.
Wir fordern für Mannheims Kinder und für alle von Armut betroffenen und bedrohten Mannheimerinnen und Mannheimer:
• dass eine innovative und präventiv orientierte Kinder-, Jugend-, Bildungs- sowie Integrationspolitik auch in finanzieller Hinsicht oberste kommunale Priorität erhält
• dass dabei die möglichst frühzeitige Bekämpfung der materiellen, kulturellen, gesundheitlichen und sozialen (zum Beispiel sprachlichen) Problemlagen von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt steht
• dass der Sozialpass und weitere familienbezogene Vergünstigungen weiter ausgebaut werden, zum Beispiel durch vergünstigte ÖPNV-Tickets
• dass die zahlreichen Initiativen zur Bekämpfung von Armut in unserer Stadt materiell, personell und in der Koordination besser durch die Stadtverwaltung unterstützt werden. Alle Mannheimerinnen und Mannheimer sollen das Recht auf ein Girokonto (auf Guthabenbasis) haben. Bei der Sparkasse werden wir darauf achten, dass dieses gewährleistet wird.
Äußere und innere Barrieren abbauen
Die gleichberechtigte Teilnahme am städtischen Leben von Menschen mit Behinderungen ist keine Frage von Mitleid und Mildtätigkeit, sondern eine Selbstverständlichkeit. Menschen mit Behinderungen werden wir bei allen sie betreffenden Angelegenheiten einbeziehen.
Quartiermanagement stärken
Armut, Gewalt und viele Krankheiten stehen erwiesenermaßen in enger Wechselwirkung mit beengten Wohnverhältnissen, einem ungünstigen und anonymen Wohnumfeld und fehlenden persönlichen Netzwerken. Einige Mannheimer Stadtteile befinden sich weiterhin in einer bedrohlichen Abwärtsdynamik oder einem sehr labilen Zustand. Dagegen fordern wir die Sicherung beziehungsweise Einrichtung von Quartiermanagements in den betroffenen Stadtteilen. Die Stadt muss die Finanzierung der bestehenden Quartiermanager mindestens für die nächsten fünf Jahre sichern. Das Quartiermanagement weist mit der Zusammenführung bestehender Initiativen und Institutionen sowie der gemeinsamen Initiierung neuer Projekte und Aquise entsprechender Fördermittel den richtigen Weg.
Würdiges Altern ermöglichen
Die Menschen in unserer Stadt werden älter. Die geballte Lebenserfahrung darf für unser Gemeinwesen nicht mit dem formalen Ruhestand versiegen, sondern müssen nutzbar gemacht werden. Und unsere Stadt bleibt nur dann attraktiv, wenn ihre Menschen auf der einen Seite hier die Chance für eine gute Zukunft ihrer Kinder sehen – und wenn sie auf der anderen Seite keine Angst vor dem Altwerden in Mannheim haben müssen. Die Stadt muss sich der großen Herausforderung des demografischen Wandels dringend stellen. Wir werden dabei gemeinsam mit den freien und gemeinnützigen Trägern der Altenhilfe die Interessen vor allem jener bedürftigen alten Menschen öffentlich machen und wirksam vertreten, die zur Formulierung ihrer Bedürfnisse und zur Selbstvertretung nicht mehr oder nur eingeschränkt in der Lage sind.
Man sollte sich darüber im klaren sein, dass der wachsende Wertschöpfungszweig der Betreuung und Pflege in Mannheim viele neue Arbeitsplätze bringt. Auch deshalb steht die Stadt in der Pflicht, sich einzubringen, und sei es beispielsweise mit der Unterstützung von Projekten zur Qualifizierung der hiesigen Alterspflegekräfte. Ein wichtiges Feld ist zum Beispiel die Versorgung von Demenzkranken. Ihre Zahl wird zunehmen. Wir müssen dafür gerüstet sein, ihnen ein würdiges Leben zu erhalten. Noch immer sind es mehrheitlich die Familien selbst, darunter meist Frauen, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Respekt allein bringt ihnen wenig. Wir fordern daher, die Nachbarschaftshilfe zu stärken sowie die Unterstützung von Familien bei der alters- und behindertengerechten Gestaltung des Wohnraums, und zwar mit Hilfe des Handwerks.
Stadtentwicklung im demografischen Wandel
Wir fordern hingegen die Erhaltung oder die Entwicklung infrastrukturell vollständiger Stadtteile mit gesicherter Grundversorgung in Reichweite schneller ermüdender Beine (z.B. Zentrenkonzept). Das ist nicht nur gut für die Alten in unserer Stadt, sondern es macht unsere Stadt insgesamt lebenswerter und wertet die Stadtteile auf.
Hilfe für Drogenabhängige
Abhängigkeit von Alkohol und Drogen verstehen wir als Krankheit mit negativen sozialen Folgen. Den betroffenen Menschen wollen wir helfen, anstatt sie auszugrenzen. Mit der Klinik für Suchtmedizin und abhängiges Verhalten am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit befindet sich ein europaweit führendes Forschungs- und Behandlungszentrum in Mannheim. Darüber hinaus haben wir ein bewährtes Netz ambulanter Suchthilfeeinrichtungen verschiedener Träger. Diese Ressourcen wollen wir besser vernetzen und nutzen.
Eine Lobby für Randgruppen
Wir wollen Betroffenen helfen statt sie auszugrenzen und zu kriminalisieren. Nach diesem Motto fordern wir Hilfen für Drogenabhängige, Straßenkinder, Obdachlose, Menschen ohne Aufenthaltsstatus und Prostituierte. Die Problemlagen der betroffenen Menschen sind vielfältig und bedürfen differenzierter Hilfen. Ihre Lobby in unserer Stadt ist gering – wir jedoch machen uns weiterhin stark für diese Menschen und für die Institutionen, die sich ihrer annehmen. So setzen wir uns für eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und eine Verbesserung des psycho-sozialen Dienstes insbesondere für Kinder und Jugendliche ein.
Unterstützung des Ehrenamts
Mannheim profitiert ganz erheblich vom ehrenamtlichen Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt darf sich aber nicht aus der Verantwortung ziehen und immer mehr Gelder streichen, die zum Abbau von Arbeitsplätzen im sozialen Bereich führen. Ehrenamtliches Engagement darf hauptamtliche Kräfte nicht ersetzen. Viele Felder könnten ohne Freiwillige jedoch nicht bestellt werden. Diese Engagierten verdienen deshalb mehr als Respekt. Wir fordern ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen zur Sicherung, Qualifizierung und Vernetzung der ehrenamtlichen Arbeit in unserer Stadt.
So setzen wir uns u.a. für eine Ehrenamtskarte mit vergünstigten Eintritten und einen Kompetenznachweis, der erworbene Qualifikationen und Kompetenzen in der ehrenamtlichen Tätigkeit bestätigt, ein.






















