Umwelt und Natur
Eine gesunde Umwelt und eine intakte Natur sind die besten Nachbarn, die es gibt. Unsere Kommunalpolitik wird stets bessere Umweltbedingungen und den Schutz der Natur zum Ziel haben. Viele Entscheidungen mit erheblichem Einfluss auf Umwelt und Klima werden zwar in Berlin, Brüssel und anderenorts gefällt. Allerdings tragen auch viele Entscheidungen vor Ort ihren Teil zur dramatischen Entwicklung unseres Planeten bei. Dies ist hier in Mannheim unmittelbar spürbar. Denn Lebensqualität an sich ist nicht messbar. Wohl aber, was sie ausmacht, zum Beispiel gute Luft, gesunder Boden, wenig Lärm, abwechslungsreiche Landschaft, artenreiche Natur und die Chance zur Naherholung. An diesen Indikatoren wollen wir nicht nur unsere Umweltpolitik messen. Vielmehr müssen wir uns in Mannheim der vielen Wechselwirkungen zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Belangen bewusst werden und Entscheidungen nach ihren Auswirkungen auf die genannten Bereiche ausrichten.
Dafür fordern wir als Grundlage ein ökologisches Gesamtkonzept für Mannheim. Es soll gewährleisten, dass Sicherungs- und Vorsorgemaßnahmen stets in Entscheidungen mit einbezogen werden. Das gilt insbesondere für den Grundwasserschutz, den Schutz von Natur und Landschaft, die Biotopvernetzung und nicht zuletzt für den Klimaschutz.
Flächenverbrauch stoppen
Mannheim ist so dicht bebaut wie nur wenige andere Städte in Deutschland. Und der Flächenverbrauch geht rasant voran. Freiflächen für die Erholung der Bevölkerung, die natürliche Regulierung des örtlichen Klimas, eine artenreiche Natur, eine verbrauchernahe Landwirtschaft und den Schutz von Wasser und Böden nehmen ab.
Deshalb fordern wir den sofortigen Stopp von Neuausweisungen von Baugebieten sowohl für Gewerbeansiedlung als auch für die Schaffung neuen Wohnraums. Alternativen gibt es genug: 750 Hektar umfassen allein die aktuellen und künftigen Konversionsflächen. In der Umnutzung dieser militärisch genutzten Flächen, die zum Teil schon geräumt sind und zum größeren Teil in den kommenden Jahren frei werden, liegt ein gewaltiges Entwicklungspotenzial für unsere Stadt. Aus blindem Flächenverbrauch muss intelligente Flächennutzung werden. Die Stadt muss sich eine Selbstverpflichtung auferlegen, nur auf bereits genutztem Gelände neue Bebauung zuzulassen, sei auf ehemaligem Militärgebiet oder auf Industriebrachen. Gleichzeitig muss ein Kataster erstellt werden von aufgelassenen Flächen, die – von Altlasten befreit – der Natur und damit den Bürgerinnen und Bürgern zur Naherholung zurückgegeben werden müssen.
Mannheim durchlüften
Naturschneisen erfüllen die extrem wichtige Funktion der Be- und Entlüftung. Diese Freiflächen zwischen Pfälzerwald und Odenwald bringen frische Luft in die Städte und ermöglichen den Abzug der Warmluft. Expertinnen und Experten prognostizieren eine erhebliche Zunahme von Hitzetagen in der Metropolregion: Steht dann auch noch die Luft still, macht das die Menschen krank, vor allem Kinder und Ältere. Wir fordern die Ausweisung von Klimaschneisen und ein striktes Bebauungsverbot der drei auf dem Stadtgebiet gelegenen Klimaschneisen. Denn das Fachmarktzentrum bei Sandhofen und die SAP-Arena bei Neuhermsheim wurden mitten in solche Schneisen gebaut –das städtische Klima leidet erheblich darunter. An mehr als 100 Tagen im Jahr herrschen in Mannheim Inversionswetterlagen, die Smog oder smogähnliche Zustände verursachen; an gut 50 Prozent aller Tage ist es nahezu windstill. Es ist daher extrem wichtig, den Luftaustausch nicht zusätzlich durch Bauwerke an der falschen Stelle zu behindern.
Lärm reduzieren
Die gesundheitlichen Folgen von Lärm sind erheblich. Und dennoch wird in Mannheim so gut wie nichts für Lärmminderung und Lärmschutz getan. Immerhin: Die strategische Lärmminderungskarte hat die Problemzonen in der Stadt aufgezeigt. Jetzt müssen zügig Lärmschutzmaßnahmen entlang der Riedbahn und im Bereich Alteichwald sowie das Ende des Flugbetriebs auf dem Verkehrslandesplatz in Neuostheim und auf dem Militärgelände der Coleman-Barracks bei Sandhofen folgen. Daneben werden wir auch Maßnahmen ergreifen, um Gebiete, die besonders stark von Lärm durch Autoverkehr betroffen sind, zu entlasten. Vorrang hat dabei die Vermeidung von Lärm, passive Lärmschutzmaßnahmen wie Lärmschutzfenster sind für uns nur die zweitbeste Lösung.
Schutz vor Elektrosmog
Der Ausbau der mobilen Kommunikation führt zu einer Zunahme von Elektrosmog. Zur Reduzierung von Gesundheitsrisiken, die von Sendeanlagen und Stromleitungen ausgehen, fordern wir großzügige Schutzzonen um sensible Bereiche wie Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen und Altersheime. Die Standorte von Sendeanlagen sind der Bevölkerung offenzulegen.
Natur schützen
Freiflächen und vor allem Schutzgebiete haben eine Vielzahl von Funktionen: Sie sichern das Grundwasser, ermöglichen verbrauchernahe Landwirtschaft, bieten Erholung vor der Haustür, erhalten den Artenreichtum und bewahren das kulturelle Erbe der menschlichen Nutzung der Landschaft.
Unserer Initiative sind zahlreiche Unterschutzstellungen wichtiger Naturräume in Mannheim zu verdanken. Wir wollen jedoch weitere Natur- und Landschaftsschutzgebiete – sowie die Aufwertung bestehender Gebiete. Besonders im Blick haben werden wir dabei die Landschaftsschutzgebiete Langewann zwischen Feudenheim und Wallstadt, Weidenbergel in Käfertal, Krähenflügel in Sandhofen und Schönau, den Dossenwald zwischen Rheinau und Friedrichsfeld sowie das Aufeld in Neckarau.
Grünflächen pflegen
Städtische Grünflächen und Parks brauchen Pflege. Eine naturnahe Bewirtschaftung setzt Akzente im Stadtbild und ermöglicht gute Erholung auf diesen Flächen. Der Einsatz von Giftstoffen, auch so genannten Bioziden, muss verboten werden. Die öffentlichen Spielplätze sollen naturnah gestaltet werden, um Natur auch für Stadtkinder erfahrbar zu machen. Grünflächen, wie zum Beispiel auch die auf dem Paradeplatz und um den Wasserturm sollen für jede und jeden begeh- und benutzbar gemacht werden.






















